Psychomotorik
Kinderpsychotherapie
Kinderneuropsychiatrie
Psychomotorik-therapie
Entwicklungtests

Indagini in neuropsichiatria infantile
Untersuchungen in Kindesneuropsychiatrie
Tests für die Evaluation vom Neuroentwicklungsprozeß in einigen spezifischen Gebieten

Roberto Carlo Russo
Verlag: Raffaello Cortina Editore, Via Rossini 4, Milano Tel 02/58303746

Gewiß werden Tests (unbeachtet, ob sie die Ganzheit der Person oder spezifische Aspekte ihrer Entwicklung untersuchen) nie ein wirkliches Bild des Lebens, der Beziehungen und der Dynamiken wiedergeben, die das Kind in seinen verschiedenen Erfahrungen erlebt. Nur eine aufmerksame und kompetente Beobachtung des Kindes in Situationen, die seinem Alter und seiner Pathologie entsprechen, ermöglicht, die Seinsweise des Kindes, seine Antworten auf bestimmte Situationen und die Art von Beziehung, die das Kind mit dem Beobachter anknüpft, kennenzulernen.  Oft liefern Tests (vor allem die globalen psychomotorischen Tests) dagegen nur ein unvollständiges und gar verfälschtes Bild dieser Wirklichkeit. Bei der Untersuchung eines Kindes ist in erster Linie wichtig, seine Geschichte zu verstehen, eine Geschichte, die die biologischen Potenzialitäten, die Erfahrungen, die eventuelle Pathologie, die Elternmodelle und die Interaktion des Kindes mit dem gesellschaftlichen Umgebung einschließt.

Diese Untersuchungsmethode, die die Seinsweise des Kindes und seine Motivationen zur Handlung berücksichtigt, ermöglicht nicht nur die Beziehungsdynamiken zu analysieren, die für das Lebens des Kindes fundamental sind. Sie liefert außerdem wichtige Informationen zu speziellen Aspekten seiner Entwicklung. Allerdings bleibt auf diese Weise noch unmöglich, spezielle Entwicklungsbereiche genau zu untersuchen. Dies führte mich dazu, speziell für solche Bereiche kodifizierte und standardisierte Untersuchungsmittel zu entwerfen. Die in diesem Buch veröffentlichte  Testssammlung umfaßt neun Tests, die in einem Zeitraum von zwölf Jahren (1981-1993) durch Anwendung auf 7.500 Kinder standardisiert wurden. Hiermit zielt das Buch darauf, neue Mittel zur Kenntnis vom Kind zur Verfügung zu stellen. Es handelt hierbei allerdings um spezielle Mittel, die nur beim echtem Bedürfnis zu verwenden sind. Die Tests, die ich vorschlage, sind wie jeder kodifizierte Test stets unter Berücksichtigung des Alters, der Mitarbeitsbereitschaft und der Potenzialitäten des Kindes durchzuführen. Der Standardisierung solcher Tests ging eine Versuchsanalyse (40-50 Fällen) vor,  die darauf zielte, die Versuche, die Durchführungsweise, die Punktzahl und ihre Wertung zu optimieren. Aufgrund der Notwendigkeit, jede Untersuchung auch zwei oder drei mal durchzuführen ist dann auch die Zahl der Versuchspersonen beträchtlich gestiegen (mehr als 10.000 Kind).

Bei der Auswahl der Tests, der Herangehensweise und der Vermittlungsweise der Vorschriften wurde dem Prinzip des höchsten Respekts für das Kind folge geleistet. Der erste von mir vorgeschlagene Tests untersucht die Kenntnis und die Organisationsfähigkeit vom körperlichen Selbst und liefert somit Informationen, die vor allem bei neuromotorischen Pathologien aufgrund organischer Schädigung fundamental sind. Die drei darauf folgenden Tests untersuchen die organisatorischen Fähigkeiten der Bewegung; die letzten fünf Tests untersuchen verschiedene Formen von Praxien.

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Il gioco delle parti
La terapia psicomotoria nelle patologie relazionali
Das Spiel der Interessen

Roberto Carlo Russo
Verlag: CSIFRA, Via U. Bassi 15,  40121 Bologna, 1997. Tel 051/232413

Die Entwicklungsgeschichte der Völker und die verbundenen landesüblichen Bräuche einerseits, die technologischen Veränderungen andererseits haben im Individuum zu Verhaltensabwandlungen geführt, die teilweise eine positive Anpassung an die gesellschaftlichen Modifikationen darstellen, teilweise aber anomale Antworten auf diese Veränderungen sind, welche in Kontrast zu den biologischen Bedürfnissen von Kindern und Erwachsenen stehen. Unsicherheiten in der Erziehung, Ängste vor Gefahren, überprotektive Verhaltensweise, Ernährungsweise, Regulierung des täglichen Rhythmus, Entwicklungsanreize, Spieltätigkeiten: Es handelt sich hierbei um Faktoren, bei denen sich die Empfänglichkeit des Kindes für seine Umgebung merklich macht. Die Probleme, die sie aufwerfen, können nur dadurch fruchtbar gelöst werden, daß man solche Empfänglichkeit berücksichtigt.
Der Vergleich zwischen dem normalen ”Kind-Umgebung System” und den neuropsychiatrischen Fällen führen dazu, die Grenzlinie zwischen Norm und Pathologie für sehr nuanciert zu halten. Außerdem lassen sich große Unterschiede unter Individuen feststellen, die Beziehungsstörungen entwickeln, obwohl sie ein normales Entwicklungspotential haben. Solche Unterschiede scheinen nicht nur vom individuellen Charakter, sondern auch von den Elternmodellen und den gesellschaftlichen Modellen abhängig zu sein. Zugleich scheinen sie durch persönliche und familiäre Ereignisse, durch den zeitlichen Moment und die Art des therapeutischen Eingriffs, durch die Anwesenheit oder Abwesenheit einer Unterstützung (sei es erzieherischer, sei es therapeutischer Art) der Bezugsmodelle bedingt zu sein.
Seit den sechziger Jahren hat die Forschung über die psychomotorische Eingriffsweise und ihre Anwendung in der therapeutischen Praxis ermöglicht, sich der Welt des Kindes zu nähern und auf seine Ausdrucks- und Kommunikationsweisen einzuspielen.
Das Eintreten in die räumliche und symbolische Dimension des Kindes und die Bereitschaft, sich auf die Erlebnisse des Kindes abzustimmen, ermöglichen eine neue Form von therapeutischem Eingriff, in der die Teilnahme des Therapeuten ( der sich jeweils den Entwicklungsbedürfnissen des Kindes anzupassen hat) sich als wesentlich für eine fruchtbare und schnelle Entfaltung des therapeutischen Prozesses erwiesen hat.
Das Hauptziel des Buches liegt darin, die Grundlage der körperlichen Psychotherapie als eine Weise der therapeutischen Führung darzustellen, die dem Kind ermöglicht, seine Schwierigkeiten unter Berücksichtigung seiner Ausdrucksweise konstruktiv oder rekonstruktiv neu zu erleben. Die Gestaltung und die Entfaltung der Therapie muß auf der Basis einer globalen Sichtweise stattfinden, die folgende Faktoren berücksichtigt: die Interaktion mit den Elternmodellen in den verschiedenen Entwicklungsphasen, die Wechselwirkung von den Grundtypologien des Kindes und der Gesamtheit seiner Erfahrungen einerseits, und andererseits der Weise, wie das Unbehagen des Kindes und seine Motivationen der Umgebung mitgeteilt werden, berücksichtigt. Zugleich scheint hierbei unverzichtbar zu sein, mit angepaßten Instrumenten und Modalitäten Eltern und gesellschaftliche Bezugsfiguren zu unterstützen, um gemeinsam mit ihnen die therapeutischen Ziele verfolgen zu können. 

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Diagnosi e terapia psicomotoria
Psychomotorische Diagnose und Therapie

Roberto Carlo Russo
Verlag: Casa Editrice Ambrosiana, Via Gargano 21, 20139 Milano, tel. 02/5220221

Bei der Behandlung der Frage nach psychomotorischer Diagnose und Therapie geht Russo von der Überzeugung aus, das Problem des Kindes sei sowohl diagnostisch als auch therapeutisch vor dem Hintergrund der komplexen Beziehungsdynamiken, wechselseitigen Einflüsse und Umgebungskonditionierungen zu betrachten, in dem solches Problem entstanden ist. Hierbei spielen vor allem drei Faktoren eine wichtige Rolle: das Kind mit seinem Entwicklungsstreben, die Elternmodelle und die sozialen Modelle. 
Die vom Autor vertretene Arbeitsmethode berücksichtigt die Gesamtheit der Person, die sich durch einen Weg bildet, in dem sich die konstitutionellen Charakteren des Kindes, die Zusammensetzung der Familie, die Persönlichkeit der Eltern, die Variabilität der Bezugsmodelle, die Ereignisse und die Erfahrungen des Kindes in der Familie und im gesellschaftlichen Raum, die Widersprüchlichkeit der Modelle, die eventuelle Variabilität der Umgebung, die Entstehungsphase der Störung, die Empfindlichkeit des Erwachsenen für das Problem des Kindes, die Typologie des Kindesverhaltens und seine Variablen in der Entwicklung sich verflechten und gegenseitig beeinflussen. Diese Faktoren erscheinen sowohl für die Stellung der Diagnose als auch für die therapeutische Herangehensweise als fundamental.
Die psychomotorische Evaluation, die hier dargestellt wird, begnügt sich nicht damit, die Seinsweise des Kindes in der Beziehung zum Anderen zu analysieren. Sie untersucht auch die Organisation der Motorik und der Informationen, die Kenntnis vom körperlichen Selbst, die räumlich-zeitliche Organisation, die Kommunikation, den graphischen Ausdruck, die Aufmerksamkeitsprozesse und die Emotionalität in ihren Gefühls- und Emotionsaspekten
Die Analyse der Störungen des motorischen Aktes ermöglicht eine neue Evaluationsmethode, die sich nicht darauf beschränkt, motorische Strukturen und eventuellen Dysfunktionen zu beachten. Vielmehr werden auch die organisatorischen Modalitäten durch diese Methode berücksichtigt, die wie den psychomotorischen Stil des Kindes nicht nur von den konstitutionellen Charakteren des Kindes, sondern auch von den Elternmodellen beeinflußt sind.
Die psychomotorischen Hauptsyndrome, die psychomotorisch relevanten Beziehungssyndrome sowie die Bewegungsunbeholfenheit werden hier also aufgrund einer neuen Orientierung untersucht.    Original ist nicht nur die Bedeutung, die der Autor der Therapie zuschreibt, sondern auch die Art des settig, die er empfehlt, sowie seine Definition der therapeutischen Ziele und der Art und Weise der therapeutischen Führung: Diese Faktoren werden von Russo neu charakterisiert, indem er sie dem “Entwicklungsbedürfnis” des Kindes anpaßt.
Die Unterstützung der Eltern und der sozialen Erziehungsmodelle (durch den Psychologe oder den Neuropsychiater) wird hierbei für unentbehrlich gehalten. Die positive Mitarbeit mit diesen Figuren erscheint notwendig, um die jeweils festgelegten therapeutischen Ziele erreichen zu können. 
Am Ende des Buches ist ein terminologischer Glossar hinzugefügt, der mit dem Ziel verfaßt wurde, denAustausch unter Spezialisten über den behandelten Themen zu vereinfachen.
   
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Sviluppo neuropsichico del bambino
La conoscenza del bambinonel suo naturale ambiente di vita

Die neuropsychologische Entwicklung des Kindes
Die Kenntnis vom Kind in seinem natürlichen Lebensumgebung

Roberto Carlo Russo
Verlag: Casa Editrice Ambrosiana, Via Gargano21, 20139 Milano, 2002.  tel. 02/5220221 

Das Buch zielt darauf, einen Überblick über die Entwicklung des Kindes und ihre eventuellen Variablen zu geben, die in Bezug auf die mannigfaltigen Umgebungsfaktoren möglich sind, welche mit den typologischen Charakteren des Kindes interagieren können.
Allgemeine und soziale Fähigkeiten des Kindes können in Bezug auf die verschiedenen gesellschaftlichen Lebensbedingungen auch beträchtlich variieren. Im vergangenen Jahrhundert haben sich die landesüblichen Bräuche in den entwickelten Ländern ständig verändert. Grund dafür waren nicht nur die technologischen Entwicklungen, sondern auch die erweiterten Kommunikationsmöglichkeiten, die Vermischung zwischen verschiedenen Ethnien, welche wiederum Träger von verschiedenen Sitten und Kompetenzen sind. Die Verbesserung der finanziellen Lage hat stark zu diesen Veräderungen beigetragen, die ihrerseits einen stärkeren produktiven Einsatz und eine wesentliche Veränderung der Erziehungsmodalitäten forderten.
Der Eifer für die Bildung der Wohlstandsgesellschaft führte einerseits zur Zunahme und Bereicherung der Entwicklungsreize, hatte aber andererseits eine vorzeitliche Entwicklung der Kindheit und eine hektischere und chaotischere Lebensweise des Kindes zur Folge, da jene natürlich vom Lebensrhythmus der Familie abhängig ist.
Immer häufiger erscheinen die Entwicklungsprozesse (Autonomieprozeß, Aggressivität, Sozialität) so weit entstellt, daß sich ein großer Anteil der Kindheit nur schwierig der biologischen Norm zuschreiben läßt.
Die Entwicklungsnorm wechselt in Bezug auf die gesellschaftliche Veränderungen. Wie verändert sich aber das Kind in Bezug auf die rasche Entwicklung der sozialen Kulturen und mannigfaltigen Mischungen von Sitten, die verschiedenen Gesellschaften zugehören?
Um diese Frage zu beantworten und die Bedeutung dieser Entwicklungsveränderungen bzw. Entwicklungsdistorsionen verstehen zu können, ist es erforderlich, nicht nur die Lebensumgebung des Kindes mit seinen Elternmodellen zu berücksichtigen, sondern z. B. auch die Art und Struktur der Gesellschaft, die biologische Verhaltensweise, die genetischen Kindestypologien, die frühzeitigen neurofunktionalen Charakteristiken des Kindes, seine neuropsychologische Orientierung und die Ereignisse der Familie und der Gesellschaft kennenzulernen, zu der das Kind zugehört. 
Im Buch werden die ersten sechs Lebensjahre des Kinds eingehend analysiert, welche die fundamentale Basis für die Entwicklung der Person darstellen. Von der Latenzphase und dem Jugendalter werden dagegen nur die Hauptlinie der Entwicklung analysiert.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Evoluzione e disturbi del movimento
Basi e nuove prospettive per conoscere il bambino
Bewegungsentwicklung und Bewegungsstörungen
Grundlage und neu Perspektiven zur Kenntnis vom Kind
Roberto Carlo Russo
Verlag: Casa Editrice Ambrosiana, Via Gargano 21, 20139 Milano, 2003. tel. 02/5220221

Das Buch zielt darauf, Organisierung und Entwicklung von motorischen Schemata in den Fällen zu analysieren, die an der Schwelle zwischen Normalität und Pathologie (oft zur Normalität gezählt) liegen sowie den anomalen Charakteren dieser Schemata zu untersuchen, die von organischen Faktoren und/oder Beziehungsstörungen abhängig sind. Betont wird dabei die negative Auswirkung der motorischen Störungen auf die kognitive Ebene sowie auf das Beziehungsleben des Individuums.
Die motorische Evaluation wird durch die Beobachtung der normalen Spieltätigkeit des Kindes durchgeführt; auf diese Weise wird möglich, die wirkliche Bewegungsorganisation des Kindes mit ihren Auswirkungen auf seine motorischen Strategien, auf seine Fähigkeiten, auf die Energieaufwendung bei der Bewegung und auf die durch die Bewegung ausgedrückte Emotionalität zu analysieren. Besondere Aufmerksamkeit gilt hierbei der Entwicklung der motorischen Schemata in Bezug auf die vergangenen Erfahrungen des Kindes.
In dieser Untersuchung ist die Weise neu, wie die Spieltätigkeiten des Kindes und die entsprechenden neurofunktionalen Korrelationen motorisch evaluiert werden. Die bereits 1985 beschriebene Entwicklungsprogression des motorischen Aktes durch Koordination, Inhibition der Verbreitung des Reizes und somatische Bewegungsintegration wird aufs Neue dargestellt. Die Analyse der Störungen des motorischen Aktes führt dazu, eine Reihe von Faktoren zu identifizieren, die durch funktionale Prozessen von speziellen Strukturen bedingt sind. Verschiedene Tests für die Evaluation spezieller motorischen Aspekte der Bewegung werden hierbei dargestellt.
Der Text behandelt schließlich die Genese der verschiedenen Kompetenzen, die das Kind in seinen ersten Lebensmonaten erobert (von den ersten willentlichen Tätigkeiten, bis zu den Verteidigunsmechanismen und den Praxien). Bewegungsentwicklung und Bewegungsstörungen werden vom Autor stets aufgrund einer globalen Sichtweise thematisiert, nach der die motorischen Potentialitäten des Individuums als sein Hauptmittel verstanden werden, um das kognitive und soziale Leben zu gestalten. 
Am Ende der Betrachtungen ist ein terminologischer Glossar hinzugefügt, der mit dem Ziel verfaßt wurde, den Austausch unter Spezialisten über den behandelten Themen zu vereinfachen.
Beigelegt ist ein DVD mit Bilder von der normalen motorischen Entwicklung spezieller Tätigkeiten und von den Störungen des motorischen Aktes und der motorischen Organisierung bei zwei psychomotorischen Pathologien, nämlich bei motorischer Schwäche und unzureichender motorischer Inhibition.  

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Il senso dell'azione in psicoterapia infantile
Die Bedeutung der Handlung in der Psychotherapie von Kindern
Individuelle Therapie und Unterstützung der Umgebung
Roberto Carlo Russo
Verlag: Casa Editrice Ambrosiana, Via Gargano 21, 20139 Milano, 2003. tel. 02/5220221

Buchdarstellung
Das Buch beschäftigt sich mit Fragen zu Beziehungsproblemen in der Kindheit und behandelt sie auf der Basis einer globalen Sichtweise. Eine solche Herangehensweise setzt drei, eng miteinander verbundene Eingriffmomente voraus, denen verschiedene Arbeitsmittel eigentümlich sind: die Psychotherapie, die Elternunterstützung und die Mitarbeit mit den Erziehungs- und Schulstrukturen. Im Text werden zunächst die Entwicklungsdynamik des Kindes und das komplexe Zusammenspiel von Faktoren dargestellt, die den Komplex ausmachen, in welchem das kleine Individuum wächst. Die Geschichte des Kindes und seine Bedürfnisse zu kennen, die Ereignisse vor Augen zu halten, die das Kind oder seine Familien betrafen, die Elternmodelle sowie die sozialen Modelle zu analysieren, mit denen das Kind konfrontiert ist: Alles dieses ist hierbei von erstrangiger Bedeutung. Diese Elemente sind entscheidend, um verstehen zu können, wie sich der pathologische Prozeß allmählich strukturierte. Die drei oben genannten Gebiete miteinander zu integrieren, ermöglicht eine therapeutische Progression, die sich an die konkrete Wirklichkeit anpaßt, in der das Kind lebt und wo sich sein spezifisches Problem realisiert, ein Problem, das manchmal nur das Zeichen für ein Unbehagen im Familienleben oder im sozialen Kreis ist. Psychotherapie, Elternunterstützung und Mitarbeit mit den Erziehungsstrukturen bedürfen des gegenseitigen Austausches; sie müssen sich außerdem ständig an die neuen Zielen anpassen, die durch die allmähliche Entwicklung des Kindes definiert werden. Die Unterstützungsarbeit mit den Eltern und ihre Beratung einerseits, und die Mitarbeit mit dem Schulpersonal andererseits zielen in erster Linie darauf, eine Hilfestellung zum Verständnis und Verarbeitung der Probleme des Kindes zu geben. Diese Eingriffe setzten das gemeinsame Ziel voraus, die Kommunikationsschwierigkeiten zwischen den Beteiligten zu überwinden, das unverzichtbare Bündnis zwischen ihnen zu bekräftigen und die Isolation bzw. Beschuldigung der Eltern zu vermeiden. Diese Netzarbeit wirkt sich im Leben des Kindes positiv aus.
Für diese theoretische und praktische Orientierung steht das Kind im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und die Psychotherapie wird als ein Mittel verstanden, um eine gesunde psychische und emotionale Entwicklung zu ermöglichen, indem durch die Therapie auch die relationale Welt des Kindes unterstützt wird. Dieser therapeutische Ansatz wendet sich an die ganze Person in all ihren Dimensionen (der affektiven, der motorischen, der kognitiven, der relationalen Dimension) und schenkt eine besondere Aufmerksamkeit der Interaktion von Erfahrungen, Motivationen und Entwicklungspotenzial des Kindes. Diese Arbeitsweise setzt sich den klassischen Modellen der Psychotherapie dadurch entgegen, daß sie in der Beziehung zwischen Therapeuten und Kind ein neues Mittel verwendet: das acting-in, d.h. ein Spiel zu zweit, einen intermediären Raum, in dem der Therapeut das Kind mit Handlung und Sprache zum Wiederaufbau seines Selbst begleitet.
Diese psychotherapeutische Orientierung ist sowohl durch ihren Ansatz als auch durch die Weise charakterisiert, wie ihr gemäß die Therapie definiert und durchgeführt wird. Die Aufmerksamkeit geht hier auf die Person in ihrer Gesamtheit und besonders auf die Interaktion von Erfahrungen, Motivationen und Entwicklungspotential des Kindes; das Bündnis mit dem Kind findet unter der Berücksichtigung und der Annahme seiner persönlichen Identität statt und soll hierbei ermöglichen, eine sichere Bindung mit dem Therapeuten aufzubauen. Das therapeutische Mittel ist das Spielen, das durch symbolisches Spiel, phantasmatisches Erleben und imaginative Erfahrungen das Auftauchen der Erlebnisse des Kindes fördert.
Der therapeutische Weg soll das Bedürfnis des Kindes berücksichtigen, seine Probleme mit dem Therapeuten auf der konkreten Ebene zu erleben. Auf diese Weise taucht die Bedeutung solcher Probleme für die Entwicklung der Person auf und ihre Verarbeitung wird möglich. Für das Kind handelt es sich hierbei um einen neuen Anfang, durch den es das eigene Entwicklungspotential und die Fähigkeit entdeckt, mit dem Therapeuten die Dynamik des Beziehung-Aufnehmens wiederholt zu erleben und ihre problematischen Seiten zu verarbeiten. Die Erfahrung, sich zu einer bestimmten Situation anders als sonst verhalten zu können, gewinnt eine wichtige Bedeutung in der Entwicklung des Kindes. Wichtige Regressionen, die eine positive Verarbeitung der Organisierung des Selbst ermöglichen, finden in der Kindheit nämlich gerade durch das Handeln statt. Die Verarbeitung und Entwicklung der Problematik des Kindes durch die Handlung hinterläßt neue psychischen Spuren, welche dann die Grundlage für den Übergang zum Symbolischen und zum Denken darstellen.Unter Berücksichtigung des Entwicklungspotentials und der Bedürfnisse des Kindes führt die Entfaltung der Therapie allmählich zur Verstärkung der Selbständigkeit und des Selbstvertrauens und zugleich zur Sozialisation. Der Therapeut begleitet das Kind auf diesem neuen Entwicklungsweg und erleichtert durch Spiel, Imagination, Zeichnen, Selbsterzählung und phantasmatische Erlebnisse seine Entwicklungsfortschritte.
Die Auseinandersetzung mit dem Kind-Umgebung-System ist fundamental, um das Verhalten des Kindes in der Familie und in der Gesellschaft sowie die natürliche Entwicklung der Therapie verstehen zu können. Zu diesem Zweck sind Unterstüzungsgespräche mit den Eltern zu führen. Solche Gespräche zielen einerseits darauf, diejenigen Prozesse aufzulösen, die das Beziehungsleben des Kindes stören, andererseits darauf, nützliche Hinweise zu liefern, um die Erziehung des Kindes zu erleichtern. Der Kontakt mit der Familie und den Schulstrukturen soll aber nicht durch den Therapeut, sondern durch eine andere Figur gepflegt werden, welche sich mit diesem regelmäßig über die Situation des Kindes austauscht und gemeinsame Entwicklungsziele koordiniert.

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